Am von Thomas Schwarz in Industrie 4.0
Studien zum Thema Digitalisierung: Das müssen Unternehmen wissen

1. Viele Unternehmen verpassen die Chancen von Big Data
Laut der neuen Mittelstandsstudie der Commerzbank verzichtet die Mehrheit der Unternehmen auf die Chancen vonBig Data: Befragt wurden 2000 deutsche Unternehmen mit einem Mindestumsatz von 2,5 Millionen Euro. Gerade einmal acht Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Daten ihrer Kunden systematisch sammeln. 60 Prozent verzichten komplett darauf - dabei glauben 81 Prozent der Unternehmen, dass Big Data für die Digitale Transformation von zentraler Bedeutung ist. Die Gründe für diese Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit sind vielfältig: In 31 Prozent der Fällen blocken die Führungskräfte - und bremsen die internen Treiber des digitalen Wandels aus. Aber auch Personalmangel (40 Prozent) und Probleme mit dem Datenschutz sind verantwortlich.
Insgesamt zeigt die Studie, dass auch KMUs die Bedeutung von Big Data inzwischen erkennen. Wer sich über die Verwendung von Kundendaten noch keine Gedanken gemacht hat, sollte das dringend nachholen: Big Data eröffnet Chancen, um neue und digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln. Smart Service lautet hier das Stichwort.
2. Wer die Bedeutung des digitalen Wandels nicht erkennt, wird zurückfallen
In einer Metaanalyse vergleicht die Mittelstand 4.0 Agentur Kommunikation mehrere ausgewählte Studien zur Digitalisierung im Mittelstand. Zusammenfassend stellen die Autoren fest, dass sich die meisten Unternehmen mit Digitalisierungsthemen beschäftigen. Trotzdem meinen viele Befragte, dass ihr eigenes Unternehmen eher einen mittleren Digitalisierungsgrad aufweist: Die Unternehmen setzen in erster Linie noch immer auf Einzelmaßnahmen wie die Vereinfachung von Arbeitsabläufen, effizientere Prozesse und Innovationen. Eine umfassende Digitalisierungsstrategie fehlt jedoch noch häufig - weniger als die Hälfte der Unternehmen gibt an, dass sie eine solche Strategie erfolgreich umgesetzt haben. Besonders Kleinstbetriebe und Firmen aus dem Baugewerbe gehen zudem noch immer davon aus, dass die Digitalisierung keine Rolle für ihr Geschäftsmodell spielt und ergreifen dementsprechend keine Anpassungsmaßnahmen.
Hier heißt es umdenken: Wer langfristig nicht an neuen Geschäftsmodellen oder der Modernisierung seines Business arbeitet, wird hinter der Konkurrenz zurückbleiben.
3. Auch einzelne Digitalmaßnahmen bringen einen Mehrwert
Auch wenn die Entwicklung einer zentralen Digitalisierungsstrategie das langfristige Ziel jedes Unternehmens sein sollte, können auch Unternehmen, die zunächst vereinzelt digitalisieren, effektive Teilergebnisse erzielen. Denn dass auch einzelne Digitalisierungsmaßnahmen positive Effekte haben, zeigt der Telekom Digitalisierungsindex Mittelstand aus dem Jahr 2017. In der Studie gaben 35 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie durch einzelne Maßnahmen eine Umsatzsteigerung erreichten/ erreicht haben. 45 Prozent der Unternehmen konnten die Zufriedenheit ihrer Kunden merklich erhöhen und die Hälfte der Befragten gab an, dass ihre internen Prozesse dank Digitalisierung vereinfacht sind. Zu den erfolgreichsten Anwendungsbereichen zählen die Integration von Cloud-Lösungen, optimierte Websites, professionelle Kundendatenbanken und der mobile Zugriff auf Geschäftsanwendungen.
Diese Studie sollte Mittelständlern Mut machen: Wer aus verschiedenen Gründen keine Kapazitäten für eine umfassende Digitalisierungsstrategie hat, kann auch mit einzelnen Maßnahmen einen Mehrwert für sich und seine Kunden schaffen.
4. Viele Unternehmen erwarten neue Arbeitsplätze
Für die Studie “Digitale Transformation 2018” haben die Digitalberatung etventure und die Unternehmensberatung Growth from Knowledge (GfK) die 2.000 Unternehmen in Deutschland ab einem Jahresumsatz von 250 Millionen Euro befragt. Das Ergebnis: Mehr als 80 Prozent der Befragten erwarten eine stabile bis positive Entwicklung der Arbeitsplätze in ihrem Unternehmen. 26 Prozent der Konzerne bzw. großen Mittelständler prognostizieren sogar einen Zuwachs an Arbeitskräften. Nur eine Minderheit von 17 Prozent rechnet mit einem Jobabbau. Damit sind die Erwartungen der Unternehmen zur Zeit etwas optimistischer als im vergangenen Jahr.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist allerdings, dass Unternehmen oftmals überschätzen, wie stark sich ihr eigenes Geschäftsmodell verändern muss. Auch Internetgiganten wie Google oder Amazon werden oft nicht als Gefahr gesehen.
5. Wer sein Unternehmen digitalisieren möchte, muss im ‘War for Talents’ überzeugen
Wie wichtig qualifiziertes Personal für den Digitalisierungsprozess ist, zeigt eine Umfrage unter 2.000 Unternehmen im Auftrag der Beratungsagentur Ernst & Young. Die große Mehrheit der Befragten schätzt die gestiegenen Anforderungen an die Kompetenz der Mitarbeiter als größte Herausforderung für die Digitalisierung des eigenen Unternehmens ein. Immerhin ein Fünftel der Mittelständler meint, dass ihnen qualifiziertes Personal fehlt, um weiter in die Digitalisierung ihres Geschäfts zu investieren - im Jahr 2017 traf das nur auf 13 Prozent der Befragten zu. Gleichzeitig haben nur 31 Prozent der Mittelständler einen Chief Digital Officer eingestellt, der sich hauptberuflich um die Planung und Steuerung der digitalen Transformation im Unternehmen kümmert. Erschreckend sind hier die regionalen Unterschiede: Während in Berlin 44 Prozent einen Digitalisierungs-Experten eingestellt haben, trifft das nur auf 18 Prozent der Unternehmen in Brandenburg und 20 Prozent der Unternehmen in Sachsen-Anhalt zu.
Diese Zahlen bedeuten für KMUs, dass Mitarbeiter mit digitalem Know-how der Schlüssel zu einem erfolgreichen Digitalisierungsprozess sind. Für Unternehmen stellt sich daher die Frage, wie sie im ‘War for Talents’ überzeugen und qualifizierte Mitarbeiter für sich gewinnen können. Langfristig können hier neue Strukturen wie flexiblere Arbeitsbedingungen und eine moderne Führungskultur entscheidend sein.
Die Studien zeigen, dass die Bilanz der Digitalisierung des deutschen Mittelstands aktuell durchmischt ist: Viele KMUs haben bereits erste Schritte hin zu einem modernen Geschäftsmodell unternommen - es gibt aber noch viel Potenzial nach oben. Dieses sollten Unternehmen ausschöpfen, um nicht der Konkurrenz das Feld zu überlassen.
Auf einen Blick haben die Studien folgende Erkenntnisse gebracht:
Unternehmen erkennen zwar die Chancen von Big Data, sind aber mehrheitlich zurückhaltend bei der Nutzung der Datenanalyse.
Nicht einmal die Hälfte aller Unternehmen hat eine umfassende Digitalisierungsstrategie ausgearbeitet.
Auch einzelne Digitalisierungsmaßnahmen bringen einen Mehrwert und erhöhen zum Beispiel die Kundenzufriedenheit.
Viele Unternehmen erwarten eine positive Entwicklung der Arbeitsplatzsituation.
Digital affine Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Wandel des eigenen Unternehmens.

CTO/Vorstand
Thomas SchwarzAls Vorstand der smapOne AG liegt der Fokus von Thomas Schwarz auf Produktentwicklung und Datensicherheit. Vorher verantwortete er als Vice President das Anwendungsentwicklungsgeschäft eines IT-Beratungshauses mit rund 750 Mitarbeitern. Seine tiefgreifende Erfahrung in der Softwareentwicklung, speziell im Mobile Business Umfeld, konnte er in unterschiedlichen Branchen als Berater, Teamleiter und Manager sammeln. Neben der fachlichen Erfahrung und Kompetenz als Manager zeichnet den studierten Diplom-Medienberater die Fähigkeit aus, auch hochkomplexe Sachverhalte verständlich darzustellen und in die Sprache der jeweiligen Zielgruppe zu übersetzen.
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